Ein schwülwarmer Samstag mittag in Ladenburg, am Neckarufer legt ein Tourismusschiff an und Alphornbläser spielen am Ufer. So beginnt Jahr für Jahr für der Römerman Triathlon in Ladenburg für knapp 500 Sportlerinnen und Sportler.
Neben dem mehrfachen IM Gewinner Timo Bracht, dem amtierenden BASF Rhein Neckar Cup Sieger Florian Angert, ehemaliger Challenge Roth Sieger Michael Göhner und weiteren Jungprofis ging auch Florian Brosch vom TV Bad Orb Team Spessartchallenge an den Start. Für Brosch, der diesen Wettkampf im Rahmen des BASF Triathlon Rhein Neckar Cups im dritten Jahr in Folge absolviert, ging es darum, wichtige Punkte für die Cupwertung zu sammeln.
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| Flo on the Run!!! |
Nur eine Woche vor seinem Saisonhighlight beim Ironman Zürich, war sich Brosch längere Zeit nicht sicher, ob er an diesem Wettkampf teilnehmen soll. In den letzten zwei Wochen vor einer Langdistanz findet nämlich die Taperingphase (Zuspitzung der Form) statt, bei der der perfekte Mix aus Erholung und Belastung gefunden werden soll, um ausgeruht, aber mit der best möglichsten Form am Start zu stehen. Schlussendlich vertraute Brosch auf seinen Trainer Uwe Widmann, der bis vor einigen Jahren selbst Profitriathlet war, und im den Wettkampf nahelegte, um das schnelle Anschwimmen und die schnellen Wechsel zwischen den Disziplinen nochmal zu absolvieren.
Nachdem die Alphornbläser und Zuschauer die Sportlerinnen und Sportler verabschiedeten, legte das Schiff ab und brachte diese etwa 1,8km neckaraufwärts. Dort erfolgte pünktlich um 14h der Start zum Römerman, bei dem die Schwimmstrecke aufgrund der starken Strömung schnell zurück gelegt werden konnte.
Mit einer guten Schwimmzeit konnte Brosch zusammen mit der späteren Siegerin der Frauen aus dem Wasser steigen und seine Aufholjagd auf dem Fahrrad starten. Auf der technisch, wie landschaftlich anspruchsvollen Radstrecke mit einer langen Steigung zum „weißen Stein“ konnte Brosch seinen die Woche über gefühlt trägen Körper aufwecken und mit einer konstant hohen Leistung einige Plätze gut machen. Bis zum Ende des Radparts hatte Brosch den Challenge Roth Sieger von 2009 Michael Göhner im Blick. Mit einem schnellen Wechsel ging es unter den Top 15 auf die abschließende 5km Laufrunde, die bei heißen Temperaturen zweimal zu durchlaufen war.
Auch wenn die Maßgabe von Trainer Widmann „Feuer frei“ im Vorfeld des Wettkampfs war, hatte Brosch den Ironman Zürich im Hinterkopf und wollte bei seiner Paradedisziplin nicht bis zur Belastungsgrenze gehen. Trotzdem konnte Brosch weitere Plätze gut machen und befand sich nach der ersten Runde bereits um Platz 10. Auch die zweite Runde, bei schwülwarmen Bedingungen, lief Brosch kontrolliert zu Ende und konnte somit auf einem sehr zufriedenstellenden 9. Gesamtplatz einlaufen. „Ich bin total zufrieden mit dem Wettkampf. Beim laufen bin ich kontrolliert gelaufen und freue mich umso mehr, dass ich trotzdem die drittschnellste Laufzeit und sogar eine schnellere Laufzeit als der mehrfache Ironmansieger Timo Bracht habe. Im Ziel konnte ich dann sofort auslaufen und zur Massage, um die Regeneration für das kommende Wochenende zu beschleunigen. Wenn ich sonst bis an die Belastungsgrenze beim laufen gehe, bringt mich keiner mehr zum auslaufen, höchstens bis zum Kuchenbuffet im Zielbereich.“, schmunzelt Brosch, der sein letztes Wertungsrennen für den BASF Rhein Neckar Cup beim Viernheim Triathlon Ende August absolvieren wird.
Jetzt ist der Fokus wieder voll auf Zürich gerichtet; die gesparte mentale und physische Kraft wird Brosch beim abschließenden Marathon gut gebrauchen können.

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