Mit viel Kampf und etwas Glück auf Platz 4 in der Zweiten Bundesliga

Bad Orber Triathletinnen mit bestem Bundesligaergebnis beim Rothsee Triathlon
Katha, Leo, Julia, Dana... Das war stark!!!
Dort wo seit Mitte der 1980er Jahre der zunächst einzige Ironman auf europäischem Boden stattfand – am fränkischen Rothsee – und sich über die Jahre tausende Triathleten die legendären Tickets für die Ironman-WM auf Hawaii erkämpften, stand am vergangenen Wochenende der Rothsee Triathlon an. Am Samstag stand erstmals ein Ligateam des Team Spessartchallenge TV BAD ORB an der Startlinie des Sprintrennens. Die zweite Bundesliga Süd gastierte für das dritte Saisonrennen in der fränkischen Triathlon Hochburg. Beim Auftakt in Kulmbach und in Darmstadt wollten die Kurstädterinnen trotz aller Bemühungen noch nicht richtig ankommen auf der großen Bühne. Zweimal kassierten die erfolgsverwöhnten Orberinnen die rote Laterne. Und auch für das Rennen am Rothsee standen die Vorzeichen zunächst schlecht, fiel doch Elli Hilfenhaus wegen einer nicht abheilenden Wadenverletzung kurzfristig aus. Trotzdem hatten sich die Orber Bundesligadamen einiges vorgenommen für das dritte Saisonrennen. Und mit der Erfolgsgarantin der ersten beiden Rennen, war mit Dana Wagner wohl der beste Ersatz gefunden, den Teamführerin Nicole Swoboda-Töpfer in der Kürze auftreiben konnte. Und so konnte der TV BAD ORB mit Dana Wagner und Julia Ertmer zwei Trümpfe aufwarten. Außerdem mit am Start Katharina Kreit und Teamneuling und Nationalkader-Ruderin Leonie Pless, die als die große Unbekannte ins Rennen ging. Die angehende Sportlehrerin Pless – am letzten Wochenende noch auf Rang 5 beim Ruderweltcup in Polen im olympischen Leichtgewichts-Zweier gerudert – ist zwar als Ausdauer-Ass bekannt. Wie Pless aber das eher unbekannte Element Wasser in einem Bundesligawettkampf meistern würde, war auch den Betreuern des TV BAD ORB eher Rätsel als klar. Mit großem Tross war der TV Bad Orb nach Roth gereist, um das ganze Wochenende gemeinsam zu trainieren, anzufeuern und das Bundesligarennen zu erleben, aktiv oder am Streckenrand. Bei brütend heißen äußeren Bedingungen startete um 14:50 Uhr dann das Bundesligarennen, bei dem 750m Freiwasserschwimmen, 20km Radfahren auf einem windanfälligen 3-Rundenkurs und einem 5km Lauf auf dem Rothseedamm zum Schluss.
In einem packenden Rennen gelang dem TV Bad Orb ein sagenhaftes Teamergebnis, zu dem alle 4 Athletinnen ihren Beitrag geleistet haben. Herauskam mit Platz 4 in der Teamwertung die beste Platzierung der Orber Damen in der zweiten Bundesliga.
Dana mit taktisch stark gestaltetem Rennen: Hier am Ende der Verfolgergruppe!!!
Dabei stieß Dana Wagner weiter in die Top 10 vor und sicherte sich nach Rang 10 in Kulmbach und Rang 9 in Darmstadt nun am Rothsee Platz 7! Julia Ertmer belegte Platz 17 und überholte auf der letzten Laufrunde alle drei Wertungsathletinnen aus Bayreuth und trug entscheidend dazu bei, dass der TV BAD ORB die Bayreuther hinter sich ließ. Katharina Kreit erreichte ihr persönliches Ziel und blieb beim Schwimmen nicht chancenlos, sondern ackerte mit einer anderen Athletin am Ende des Feldes gegen die drohende Schlussposition. Was für Außenstehende vielleicht als nutzloses Unterfangen erscheinen mag, ist für Kreit ein großer Erfolg. Für Kreit war der Aufstieg in die Regionalliga schon sensationell, Rennen in der Zweiten Bundesliga sind für sie größte sporltiche Herausforderung. Am Ende blieb für Kreit zwar leider doch nur der letzte Platz, aber froh war sie dennoch. "Es ist vor und während dem Rennen Aufregung und Verausgabung pur, nachher – wenn man weiß, dass man alles gegeben hat – und andere schlichtweg sportlich besser waren, fühlt es sich für mich jedenfalls trotzdem toll an. Und das Teamergebnis ist herausragend“, so Kreit zu ihrem Rennen. 
Orber am Rothsee
Leonie Pless machte bei ihrem zweiten Triathlon überhaupt gleich ein Bundesligarennen. Dabei sorgte die passionierte Rudersportlerin für die Sensation des Tages. Beim hektischen Freiwasserschwimmen kam Pless zunächst gleich an ihre Grenzen. Mit Panikattacken im Wasser fast abgeschlagen, legte sie auf dem Rad dann richtig los. Pless fuhr am Ende die schnellste Radzeit des Tages. Und dies, ohne – wie alle anderen Konkurrentinnen - einen Meter Windschatten gefahren zu sein. „Ich kenne Bundesligarennen schon seit der Zeit, in der ich Bundesliga gestartet bin. So etwas habe ich noch nie gesehen, dass eine Athletin – ohne den Vorteil des Windschattenfahrens – so dermaßen auftrumpft. Als Letzte aus dem Wasser, aber die Schnellste auf dem Rad. Das ist schon sehr bemerkenswert. Da sieht man, wie sich ihre Ausdauer, die Leonie vom Rudern mitbringt, doch auf den Triathlonsport übertragen lässt. Toll, dass sie sich dieser Herausforderung gestellt hat. Sie hat dem Team mit ihrer Aufholjagd einen Bärendienst geleistet“, so Betreuer Adi Kohr zur Leistung von Pless. Mit einer obendrein sehr starken Laufzeit beweist Pless zudem, wie man auch noch eine direkte Konkurrentin aus Regensburg kurz vor dem Ziel stehenlässt. Am Ende steht mit Rang 22 ein tolles Bundesligadebüt. Auch diese Aktion sichert den Orbern dieses Mal einen Platz im Liga-Mittelfeld! 
Die eigentliche Sensation: Am Ende eines langen Renntages schlägt Leonie Pless Fan und Teamkollege Simon Brend'Amour im Armdrücken!!! ;-)
Dass es statt Platz 5 – der zunächst in den Ergebnislisten errechnet wurde -  dann sogar zum 4. Gesamtplatz in der Ligawertung reichte, lag an der Tatsache, dass eine Athletin aus Darmstadt nachträglich disqualifiziert wurde und die Orber somit am Ende sogar nur einen Platz vom Podium entfernt, ihr bestes Ergebnis seit Bestehen des Teams einfuhren.
Was die Kurstädterinnen in den verbleibenden beiden Bundesligarennen leisten können, wird sich am 26. August beim Sprint im südhessischen Viernheim und am 3. September beim abschließenden Teamrennen im norhessischen Baunatal zeigen. „Nicht nur die zu jedem Rennen mitreisenden Vereinskameraden und der ganze TV Bad Orb wünschen den Damen bei den verbleibenden beiden Rennen ein ebenso gutes Abschneiden und gerne auch das bisschen Glück, das es braucht, um auf dieser hohen Wettkampfebene zu bestehen“, so der als Fan nach Roth mitgereiste Orber Top-Triathlet Florian Brosch.

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