Kraichgau & Darmstadt - Das Rennwochenende der Teams im Überblick

Bundesliga im Kraichgau – Bad Orber Triathlon-Damen kämpfen gegen erbarmungslose Hitze und Konkurrenz 
 

Bereits am Freitag reiste ein Teil des Teams Spessartchallenge TV Bad Orb in den Kraichgau, um sich mit den Wettkampfstrecken des zweiten Saisonrennens der ersten Triathlon Bundesliga vertraut zu machen. Bei brütender Hitze testeten Julia Ertmer und Laura-Sophie Usinger die Radstrecke, wechselten danach noch in die Laufschuhe, um sich an die heißen Wetterbedingungen zu gewöhnen. Kurz vor dem abschließenden Seeschwimmen, traf das Team noch Coach Uwe Widmann, der für das Organisationsteam für die am Folgetag stattfindende Deutsche Meisterschaft über die Halbe Ironman-Distanz vor Ort war.

Die Kraichgau-Crew

Für das Team der Bad Orberinnen stand am Samstag Abend um 19 Uhr der Einzelsprint gegen hochkarätige Konkurrenz, gespickt mit nationalen und internationalen Stars wie Andrea Hewitt, die am vergangen Wochenende beim Weltcup in London noch auf einen hervorragenden 6. Platz gesprintet war. Als Gesamtweltcupsiegerin von 2011 und Olympiateilnehmerin von 2012, führte sie die Mannschaft vom Deutschen Meister EJOT TEAM Buschhütten an. 
Vorstartspannung
Sofort nach dem die Startkanone erklungen war, wurde auf der Schwimmstrecke enormer Druck gemacht. Die Schwimmstärke im Bundesligastarterfeld ist immens groß. Wer nicht mithält und eine der begehrten Radgruppen ergattert, muss sich solo über die Radstrecke kämpfen, während sich etliche gute Schwimmer in den Radgruppen verstecken und nur die ganz starken Radfahrerinnen das Rennen von Vorne gestalten. Nahezu geschlossen kamen die vier Kurstädterinnen am Ende des Feldes aus dem Wasser und machten sich auf, die enteilten Konkurrentinnen einzufangen, was ein schier kraftraubendes Unterfangen schien. 
Die Topathletinnen auf dem Rad
Durch einen vorbildlich schnellen Wechsel setzte sich Julia Ertmer sofort von ihren Vereinskameradinnen ab und machte sich auf die Verfolgungsjagd. Nina Vabic, Ann Parthemore und Laura-Sophie Usinger machten gemeinsame Sache und versuchten im „Mannschaftszeitfahr-Express“ Sekunden gut zu machen. 
Lauso & Ann
Erstaunlicher Weise fiel Nina Vabic – sonst als starke Radfahrerin bekannt – zurück, so dass das Trio auf ein Duo zusammenschrumpfte. Die Situation entpuppte sich jedoch nicht als köperliche Schwäche, sondern als Raddefekt, der Vabic zur Aufgabe zwang. Dieser Ausfall musste nun von den übrigen drei Orberinnen aufgefangen werden. Ertmer tat alles, um die gut 500 Meter vor ihr fahrende Gruppe zu erreichen. Dieser zehrende Soloritt kostete viel Kraft, dennoch gab Ertmer alles und halbierte den ihren Rückstand auf knappe 35 Sekunden. In der Wechselzone angekommen, waren die vor ihr platzierten Athletinnen schon in greifbare Nähe gerückt. Mit einem schnellen Lauf von 19:14min über 5km konnte Ertmer einige Athletinnen einsammeln und erstmals gestandene Bundesligakonkurrentinnen hinter sich lassen. 
Julia hebt ab!

Ann Pathemore und Laura-Sophier Usinger kämpften bis kurz vor die Ohnmacht auf der Laufstrecke, um ihre Debüts auf höchster nationaler Ebene für sich zufriedenstellend abzuschließen. „Ich war so kaputt im Ziel“, hechelte Usinger, nachdem sie mindestens eine viertel Stunde am Boden nach Luft rang. „Aber es hat total Spaß gemacht, sich so zu verausgaben. Usinger hat mit ihrem Bundesligadebüt einen großen sportlichen Karriereschritt getan. Im Vorjahr startete sie noch in der niedrigsten Hessenliga und durfte nun mit den „Großen ihrer Sportart“ an den Start gehen. „Das macht mich stolz. Selbst wenn ich Letzte im Starterfeld wurde, ist es eine große Ehre, neben Andrea Hewitt gestartet zu sein. Mit jemand zu starten, der 2012 in London bei Olympia war, ist total motivierend für mich,“ so Usinger im Resümee ihres Rennens. „Am Ende ist es nicht von der Hand zu weisen, dass wir im Schwimmen hinter der nationalen Spitze hinterherhinken. Alle Konkurrentinnen entspringen den Kaderschmieden der Landesverbände oder sind Weltstars. Und dann kommen wir ambitionierte Hobbysportler und versuchen mitzuhalten“, so Ertmer ernüchternd zu den schwimmerischen Defiziten. „Andererseits wussten wir das aber auch vor der Saison und können uns auf das konzentrieren, was wir können und Spaß dabei haben“, ergänzt Ertmer ihren Anspruch in der ersten Bundesliga. Im Ziel waren alle Kurstädterinnen dann auch schnell sehr froh über das Geleistete. 
Auf und davon: 5km in 16:37min... Andrea Hewitt
 „Es ist ein Teilerfolg, dass Julia heute einige Konkurrentinnen eingefangen hat. Das Schwimmdefizit ist nicht von der Hand zu weisen, das lässt sich nicht leugnen. Dennoch ist es toll zu sehen, wie sich unsere Mädels von dem hohen Niveau beflügeln lassen. Alle machen den Teildisziplinen Radfahren und Laufen persönlich große Fortschritte“,  kommentiert Trainer Uwe Widmann das Rennen. „Der Ausfall von Nina hat geschmerzt. Ihr hatten wir eine ähnlich starke Leistung wie Julia Ertmer zugetraut“, fügt der Sportliche Leiter Jürgen Metzler hinzu. „Wir hoffen, dass sie in Düsseldorf beim nächsten Rennen angreift, um den Raddefekt für sich vergessen zu machen“, so Metzler weiter. In der Zwischentabelle nimmt das TEAM SPESSARTCHALLENGE TV BAD ORB auch nach dem zweiten von vier Bundesligarennen auf dem 14. Rang platz. „Es ist nicht so, dass wir gesenkten Hauptes nach Hause fahren. Klar ist es neu für unsere Erfolgstruppe, die Rennen aus einer anderen Perspektive zu erleben. Aber aus dieser Perspektive können unsere Athletinnen sehr viel lernen. Von daher leuchten wir eher frohen Mutes mit dem „Schlusslicht“ als uns darüber zu ärgern,“ bezieht der Sportliche Leiter Adi Kohr Stellung zum Tabellenstand. 
Beliebtheit bei der Presse genießen unsere Mädels jedenfalls
Das EJOT TEAM aus Buschhütten konnte auch im Kraichgau erneut den Tagessieg holen. Andrea Hewitt gewann erwartend souverän vor allen anderen 55 Mitstreiterinnen.  

Woogsprint Darmstadt- Der TV BAD ORB beim zweiten Highlight des Rennwochenendes in der Triathlon Regional- und Hessenliga



Etwas müde reiste die Bundesligamannschaft des TV BAD ORB in der Früh an den Darmstädter Woog, wo die zweite Damenmannschaft in der Hessenliga und die Erste Garde der Männer in der Regionalliga ins Renngeschehen eingreifen sollten.

Nachdem Ellisabeth Hilfenhaus  erkrankt ausfiel, sprang Laura-Sophie Usinger ein, die nicht mal 13 Stunden zuvor ihr erstes Rennen in der ersten Bundesliga gefinisht hatte. 
Doppelstart von Sonnenschein "Lauso"
Etwas unrühmlich begann der Check-In, bei dem durch die notwendige Ummeldung leider etwas zu viel Zeit benötigt wurde. Zumindest zeigten sich die Kampfrichter wenig kulant und brummten der gesamten Mannschaft der Kurstädterinnen eine Minute Zeitstrafe wegen zu spätem Einchecken auf. Diese hatten die Athletinnen nach dem Radfahren in der Penalty-Box abzusitzen.  Etwas frustiert, aber voller Vorfreude, sprangen die Mädels in den Woog, um die 750m Schwimmen, 20km Rad und 5km Laufen schnellstmöglich anzugehen. Dabei konnte sich vor allem Laura-Sophie Usinger in der Spitzengruppe in Szene setzen. Julia Hündersen und Julia Karrasch rollten das Feld von hinten auf und machten Platzierung um Platzierung gut. Angefeuert von den mitgereisten Fans und Betreuern gab auch Kristin Rieß alles bei ihrem ersten Ligarennen ihrer noch jungen Triathlonkarriere. 
Kristin "torkelnd" bei ihrem ersten Liga-Finish
Trotz der abgesessenen Zeitstrafe konnten sich Usinger (Rang 6), Karrasch (Rang 12) und Hündersen (Rang 23) zufriedenstellende Wertungsplatzierungen ergattern. Zieht man die Zeitstrafe ab, wären die Bad Orberinnen auf dem souveränen zweiten Platz gelandet. So fuhren die Damen mit dem unbeliebten vierten Rang nach Hause. 
Team2 im Ziel!
Beim nächsten Rennen in zwei Wochen beim Quaterman in Bruchköbel muss die Konkurrenz mit den Damen vom Team Spessartchallenge jedenfalls rechnen.


Im Rennen der Herren wurde dieses mal – ganz wie in der Bundesliga – das Windschattenfahren frei gegeben, so dass ein spannendes Rennformat bevor stand. Die Startformation setzte sich aus Florian Brosch, Michael Lik,  Jan Grießmann, Sebastian Heinl und Marco Weisbecker zusammen. Alle Orber fanden sich nach dem harten Schwimmen im Woog in Radgruppen wieder, allen voran Brosch und Lik, die in der ersten Verfolgergruppe ordentlich Druck machten. Jan Grießmann und Sebastian Heinl folgten in größeren Verfolgergruppen, Weisbecker kämpfte weiter hinten in einer kleinen Gruppe um Reichweite. Mit 40km/h im Durchschnitt flog das Feld der Regionalliga förmlich über die gesperrte B26. Auf auf der Laufstrecke kämpften die Orber hart um die Platzierungen und konnten einen gelungenen Einstand in die Saison feiern. Mit einem 7. Platz von Florian Brosch und einem 9. Platz von Michael Lik wurden zwei Top10-Ergebnisse erzielt. Zusammen mit den Plätzen von Jan Grießmann und Sebastian Heinl belegte das Team einen hervorragenden 7. Platz in der Tagesendtabelle. Beim nächsten Regionalligarennen in Zell an der Mosel setzt das Team alles daran, den Platz im Mittelfeld der Liga zu festigen.
 

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